In der Krise konsequent handeln, bevor es zu spät ist.

Jan Brandt | Die deutsche Wirtschaft ist mit der Coronakrise abgestürzt. Das BIP bricht im zweiten Quartal in Rekordtempo ein. Europas größte Volkswirtschaft steckt in einer tiefen Rezession. Viele Unternehmen sind bereits jetzt schon faktisch pleite. Aber es gibt Auswege aus der Krise.

Die Bundesregierung rechnet im Gesamtjahr 2020 mit der schwersten Rezession seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Man geht von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukt um insgesamt 6,3 Prozent aus. Zum Vergleich: In der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 war das deutsche BIP um 5,7 Prozent geschrumpft.

Staatliche Hilfen überdecken bislang, dass viele Unternehmen bereits jetzt schon faktisch pleite sind.  Spätestens ab  Herbst 2020 kommt größte Insolvenzwelle seit Kriegsende, so Expertenschätzung u.a. vom Kreditversicherer Euler Hermes, Spezialist für die Solvenzbewertung von Unternehmen.

Drei wesentliche Gründe, warum der Anstieg der Insolvenzen nicht jetzt schon offensichtlich ist.

  1. Unternehmen nutzen Stundungen seitens der Finanzbehörden und Sozialträger und erhalten so – zumindest im Ansatz – die notwendige Liquidität. Die Stundungen werden aber bis spätestens Ende 2020 fällig werden.
  2. Unternehmen nutzen Liquiditätshilfeprogramme, Förderungen und staatliche Unterstützung. Diese werden unbürokratisch bereitgestellt. Die für die Rückführung notwendige Kapitaldienstfähigkeit wird in vielen Unternehmungen nicht ausreichen und sodann eine Insolvenzantragspflicht begründen.
  3. Die Insolvenzantragspflicht ist derzeit befristet durch den Gesetzgeber ausgesetzt, wenn der Eintritt der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung auf die Auswirkungen der Corona Pandemie ab März 2020 zurückzuführen ist. Was bei der Prüfung häufig übersehen wird: Es müssen berechtigte Aussichten bestehen, dass die Zahlungsfähigkeit wieder gesichert werden kann.

 Ausblick

Viele Unternehmen werden krisenbedingt auf längere Sicht gesehen nicht auf das frühere Umsatzniveau aus Konjunkturzeiten zurückkehren. Im Falle einer dann später notwendigen Insolvenz drohen Haftungsansprüche durch Insolvenzverwalter. Alle Zahlungen, welche die Geschäftsführung während der Aussetzung an Dritte geleistet hat, könnten danach vom Insolvenzverwalter nach § 64 GmbHG oder § 92 AktG zurückgefordert werden. Das haftende Management hat diese Verbindlichkeiten ggf. aus dem Privatvermögen zu begleichen. Zudem droht eine strafrechtliche Verfolgung wegen Insolvenzverschleppung (§ 15a Abs. 4 InsO).

Erleichterungen und gesetzlicher Rahmen zur Unternehmenssanierung

Das aktuelle Insolvenzrecht  gibt einen gesetzlichen Rahmen zur Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG). Die Gesetzgebung möchte die Stigmatisierung der „Insolvenz“ überwinden und mit der Möglichkeit der Eigenverwaltung gemäß ESUG eine zusätzliche Option für eine Sanierung in der Krise bieten.

Deshalb sollten Unternehmer und Management in der Krise nicht warten, bis es zu spät ist, bis die Schulden das Unternehmen erdrücken oder aber kein Geld mehr da ist und damit ein reguläres Insolvenzverfahren eingeleitet werden muss.

Ziel sollte es sein, dem Unternehmer sein Unternehmen zu erhalten und es nicht zu zerschlagen bzw. ganz oder in Teilen zu verkaufen (übertragende Sanierung). Denn während ein „normales Insolvenzverfahren“ in der Regel auf Abwicklung ausgerichtet ist, wird das Unternehmen bei der Eigenverwaltung im Rahmen eines Insolvenzplans entschuldet und saniert.

Die Komplexität der Sanierung von Unternehmen nach ESUG ist enorm, da neben der Einbindung von Branchenexpertise und wirtschaftlicher Bewertungskompetenz rechtliche Aspekte berücksichtigt werden müssen. Der Sanierungserfolg wird zudem maßgeblich über Projektmanagementerfahrung im Sanierungsumfeld bestimmt.

Unser Leistungsangebot

Jan Brandt ist im Beraterverbund Experte in der Durchführung von außergerichtlichen und insolvenznahen Sanierungsprojekten. Wir bieten umfassende Beratung zu betriebswirtschaftlichen Fragestellungen, planen operative und finanzwirtschaftliche Restrukturierungsmaßnahmen und bewerten/begutachten die Sanierungsfähigkeit und Sanierungswürdigkeit des Unternehmens. Durch Einbindung als Chief Restructuring Officer (CRO) schaffen wir Vertrauen in die Unternehmensleitung und überzeugen Gläubiger, sich an der Unternehmenssanierung zu beteiligen.

Einzelleistungen

  • Beratung, Planung, Vorbereitung, Umsetzungsbegleitung der Sanierung in Eigenverwaltung nach den Vorschriften der §§ 270 InsO oder zur außergerichtlichen Sanierung und präventiven Restrukturierung
  • Prüfung von Insolvenzantragsgründen gemäß dem IDW S 11-Standard
  • Erstellung von Fortführungsprognosen gemäß den Anforderungen des BGH bzw. dem IDW S 6 Standard
  • Bescheinigung zur Beantragung des Schutzschirmverfahrens (§ 270b InsO) gemäß dem IDW S 9 Standard
  • Erstellung von Insolvenzplänen in Zusammenarbeit mit spezialisierten Insolvenzanwälten
  • Beratung/Begleitung bei der Auswahl des (vorläufigen) Sachwalters
  • Gestellung eines sanierungserfahrenen Interimsmanagers (CRO) zur Führung des Sanierungsprojektes
  • Insolvenzbuchhaltung und Working-Capital-Management
  • Evaluierung und Optimierung der bestehenden leistungswirtschaftlichen und finanzwirtschaftlichen Prozesse
  • Optimierung der Auf- und Ablauforganisation inkl. Führung und Steuerung im Unternehmen

Über Jan Brandt

Mit umfassender fachlicher und persönlicher Expertise begleitet Jan Brandt als Management Berater und Interim Manager Mittelstandsunternehmen bei der Planung und Strukturierung strategischer und operativ wirksamer Geschäftsansätze und begleitet Organisationen bei der Realisierung der Unternehmensziele.

Weiterführende Informationen über BrandtPartners finden Sie unter www.Brandt-Partners.com.

Kontakt

Sie haben Fragen rund um das Thema Unternehmenssanierung und Bewältigung der Corona-Krise? Wir können Ihre individuellen Themen gerne direkt in einem persönlichen Gespräch erörtern. Absolute Diskretion und eine professionelle und ehrliche Beratung ist selbstverständlich.

Sie erreichen Jan Brandt direkt unter jan.brandt@Brandt-Partners.com oder telefonisch unter +49-89-208027-272 und +49-40-800084-50.